Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Leiden Sie an heftigem Schnarchen oder machen Sie seltsame Geräusche im Schlaf? Hat Ihr Bettpartner bemerkt, dass Sie im Schlaf nicht richtig atmen? Können Sie nicht richtig ein- oder durchschlafen? Oder fühlen Sie sich morgens nicht erholt, obwohl Sie eigentlich gut geschlafen haben?

Dann könnte bei Ihnen eine der über 80 bekannten Schlafstörungen vorliegen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die richtige Diagnose zu erkennen und die Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam mit Ihnen zu besprechen und dann auch einzuleiten.

Die Universitäts-HNO-Klinik Mannheim gehört mit ihrem seit 1993 bestehenden Schlaflabor und mit einem jährlichen Aufkommen von über 7000 stationären und ambulanten Schlafuntersuchungen, einer großen Zahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und der Herausgabe von Lehrbüchern zu den weltweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Schlafmedizin. Alle schlafmedizinischen Diagnosen können bei uns in ansprechender Umgebung kompetent diagnostiziert und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Für einzelne, ausgewählte Behandlungen, die wir nicht selbst durchführen, können wir Ihnen eine Auswahl kompetenter Behandler empfehlen. Über die klinische Arbeit hinaus entwickeln wir die Therapie für Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe und Schnarchen im Rahmen von Studien kontinuierlich weiter, führen jährlich schlafmedizinische Kurse für Ärzte und technisches Personal durch und kooperieren eng mit den Selbsthilfegruppen der Region.

Das Schlafmedizinische Zentrum steht unter der Gesamtverantwortung von Herrn OA Dr. J. T. Maurer. Der klinische Bereich wird geleitet von Frau Dr. med. Sarah Leitzbach und der wissenschaftliche Bereich von Herrn OA Prof. Dr. med. J. U. Sommer. Es besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung "Schlafmedizin" der Ärztekammer.


Schlafmedizinisches Zentrum Mannheim

WAS ERWARTET SIE BEI UNS?

Gemäß den aktuellen Richtlinien wird nach einer umfangreichen schlafmedizinischen Anamnese zur weiteren Abklärung in den meisten Fällen eine ambulante polygraphische Aufzeichnung durchgeführt, bei der Ihr Schlaf untersucht wird, während Sie in Ihrem eigenen Bett zu Hause schlafen. Zu diesem Zweck holen Sie sich das kleine Messgerät am späten Nachmittag bei uns ab und bringen es am folgenden Morgen wieder zu uns zurück. Wir werten Ihre Messung und danach ist je nach Ergebnis entweder bereits eine Entscheidung über die nötige Therapie möglich oder es ist – bei unklaren Fällen - eine Polysomnographie bei uns im Schlaflabor erforderlich. Dort werden Ihnen viele Sensoren angelegt, damit Schlaf und viele Organfunktionen gleichzeitig aufgezeichnet und auf dem Monitor beobachtet werden können. In aller Regel genügt hierfür eine Nacht, es können jedoch weitere Nächte notwendig werden.

Um auch schwierige Diagnosen stellen zu können, sind in bestimmten Fällen zusätzliche Untersuchungen während des Schlafes oder auch am Tage notwendig. Beispielhaft sei hier die sogenannte Schlafvideoendoskopie genannt, mit der wir die für das Schnarchen und die Schlafapnoe verantwortliche Funktionsstörung erkennen wollen. Die Befunde und die daraus resultierenden Konsequenzen werden nach der Auswertung am nächsten Morgen mit den Patienten besprochen. In aller Regel können Sie spätestens um die Mittagszeitdas Schlaflabor verlassen. Sollten Sie deutlich früher abreisen müssen, informieren Sie uns bitte so früh wie möglich darüber, damit wir dies berücksichtigen können.


Therapie bei Schnarchen und Schlafapnoe

Auch wenn in unserem Schlafmedizinischen Zentrum nahezu alle schlafmedizinischen Erkrankungen behandelt werden können, so liegt der Schwerpunkt doch in der Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen. Hierfür stehen neben allgemeinen Maßnahmen wie Verhaltensänderung und Gewichtsreduktion vor allen Dingen Hilfsmittel wie die nächtliche Beatmungstherapie, Rückenlagevermeidungssystem oder Kieferschienen sowie operative Maßnahmen zur Verfügung. Beatmungsgeräte setzen wir ebenfalls ein, um kompliziertere Atmungsstörungen zu behandeln wie z.B. die sogenannte Cheyne-Stokes-Atmung bei Herzschwäche, die chronische Atemschwäche bei Lungenerkrankungen oder Mischformen mit der obstruktiven Schlafapnoe. Während des Aufenthaltes im Schlaflabor steht qualifiziertes Personal bereit, um Sie in Ruhe und ausführlich in das für Sie notwendige Beatmungsgerät mitsamt dem erforderlichen Zubehör einzuweisen.

Je nach Ursache und Ausprägung des Schnarchens bzw. der Schlafapnoe und evtl. vorliegenden Begleiterkrankungen werden die verschiedenen Behandlungsprinzipien alleine oder in Kombination im Rahmen eines individuell auf sie zugeschnittenen Konzeptes eingesetzt.

Operative Verfahren werden immer dann in Erwägung gezogen, wenn die oberen Atemwege Veränderungen in Form oder Funktion aufweisen, die das Schnarchen und die Atempausen verursachen oder eine bereits eingeleitete Therapie wie z.B. die nasale Überdrucktherapie erschweren bis unmöglich machen. Je nach vorliegender Störung können Operationen zur Verbesserung der Nasenatmung, zur Verkleinerung oder Beseitigung der Rachen-, Gaumen- oder Zungenmandeln, zur Stabilisierung von Gaumensegel, Zungengrund, Kehlkopf oder gesamtem Atemweg einzeln oder kombiniert eingesetzt werden. Modernste Techniken haben zum Ziel, die im Schlaf gestörte Funktion der Atemwegsmuskulatur durch Neurostimulatoren, sogenannte Zungenschrittmacher oder Hypoglossus-Stimulator, zu ersetzen. Unser schlafmedizinisches Zentrum beherrscht diese Techniken seit Jahren, verfügt deutschlandweit über die größte Erfahrung und bildet Chirurgen europaweit darin aus. Darüber hinaus werden regelmäßig Studien zu neuesten therapeutischen Möglichkeiten durchgeführt, sodass auch jenen Patienten, bei denen „alle bestehenden Möglichkeiten ausgereizt“ sind, eine erfolgversprechende Behandlung angeboten werden kann. Hiervon können möglicherweise auch Sie profitieren, denn die Betreuung im Rahmen von Studien ist besonders gründlich und individuell.


Schlafmedizinische Sprechstunde

Die schlafmedizinische Sprechstunde dient als Bindeglied zwischen den betreuenden Ärzten und dem schlafmedizinischen Zentrum. Sie bietet Zeit für komplexere Fragestellungen und deren individuelle Lösungen. Unser interdisziplinäres schlafmedizinisches Zentrum bietet gleichfalls Therapiehilfen zu internistischen und neurologischen / psychiatrischen Krankheitsbildern, welche als Ursachen eines nicht-erholsamen Schlafes in Betracht kommen.
Die Sprechstunde findet täglich statt. Termine können über unsere vereinbart werden. Voraussetzung ist die gültige Überweisung eines Arztes.


 

Implantierbare Stimulationssysteme

Unser schlafmedizinisches Zentrum verfügt über eine jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der implantierbaren Stimulationssysteme bei Schlafapnoe. Diese werden auch als Hypoglossus-Stimulatoren oder umgangssprachlich als Zungenschrittmacher bezeichnet. Unser Zentrum bietet Ihnen nach eingehender Beratung - ihre Eignung für das jeweilige System vorrausgesetzt - sämtliche auf dem Markt verfügbaren Stimulationssysteme unter anderem der Firmen Inspire und ImThera an.

 

 

Studienkoordinator

Oliver Schmidt
Telefon: 0621-383-1600